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Zeitzeugenliteratur

Inzwischen gibt es umfangreiche von Zeitzeugen geschriebene Literatur. Wir stellen hier sowohl Klassiker als auch neuere Werke vor.

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Einführung

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Inzwischen gibt es umfangreiche von Zeitzeugen geschriebene Literatur. Wir stellen hier sowohl Klassiker als auch neuere Werke vor. Es sind sehr unterschiedliche Bücher.      

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Manche lesen sich wie Romane, andere berichten eher sachlich über die Vergangenheit. Manche dieser Bücher sind auch Sammlungen, die viele Zeitzeugenberichte versammeln.

             

 

Sabine Schwiers - Gedankensteine II Erfahrungen in und mit der DDR: Zeitzeugen erzählen

 
     
Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“, so lautet ein allgemein bekanntes Sprichwort. Im Hinblick auf die Geschichte des geteilten Deutschlands und der DDR mag dieser Spruch auf den ersten Blick eher für diejenigen Gültigkeit haben, die eng mit dem sozialistischen Regime zusammengearbeitet haben oder ihm als Helfershelfer dienlich waren. Doch auch für diejenigen, die Opfer dieses Systems waren und nach wie vor unter Ängsten und Bedrohungen leben – was mir als Westdeutsche zunächst gar nicht so bewusst war – ist dieser Spruch z. T. auch zutreffend.
So erzählten einige Zeitzeugen, dass nach wie vor Stasi-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter ihren ehemaligen Opfern unverblümt mit Vergeltung drohen, sollten sie auf die Idee kommen, sie zu verraten. Den Verantwortlichen sei daran gelegen, ihre Taten im Verborgenen zu halten.
      Gedankensteine II

Allerdings gibt es auch Menschen, denen trotz alledem an Aufklärung und Aufarbeitung liegt, Menschen, die den o. g. Spruch umkehren würden in „Schweigen ist Silber, Reden ist Gold“. Einige von ihnen, denen besonders Schlimmes widerfahren ist, sind fest entschlossen, ihren Beitrag zu leisten, damit möglichst viele Bundesbürger, Westdeutsche wie Ostdeutsche, erfahren, was damals in der DDR geschehen ist. Das erscheint ihnen umso nötiger, als heute oft versucht wird, die DDR-Vergangenheit zu verniedlichen und zu verharmlosen. Die Rheinische Post vom 9. Oktober 2014 zitiert in diesem Zusammenhang den Theologen und ehemaligen DDR-Oppositionellen Erhart Neubert, der konstatierte: `„Der SEDStaat vertrieb Millionen Menschen, brachte Hunderttausende in die Gefängnisse, einige Tausend Todesopfer sind zu beklagen, weitere zigtausend litten an außerrechtlicher Verfolgung und Benachteiligung“ ´. In dem Artikel heißt es weiter: „25 Jahre nach dem Mauerfall ist die Sicht auf die DDR verschwommen. Eine oberflächliche Verniedlichung greift um sich. Gräueltaten des Regimes geraten in den Hintergrund. Experten fordern einen wachen Blick auf die Zeit.“ Zu dieser „schleichenden Verharmlosung, die irgendwann Konsens“ werden könne, „darf es allerdings nicht kommen“.Einer der hier zu Wort kommenden Zeitzeugen, Andreas Freund, beklagt sich über die „Mauer des Schweigens“, die in der Zeit seiner Heim- und Gefängnisaufenthalte bei den Bewohnern der früheren DDR herrschte, eine Mauer errichtet auf dem Fundament aus Angst, Misstrauen, Feigheit und Kollaboration. Im ersten Band der Gedankensteine habe ich die Erinnerungen von Mönchengladbacher Zeitzeugen aufgeschrieben, die über ihre Erlebnisse in der Zeit des Nationalsozialismus berichteten. Im vorliegenden zweiten Band kommen Zeitzeugen aus ganz Deutschland zu Wort, die damals in der DDR gelebt haben, aber auch Westdeutsche, die ihre Verwandten im Osten besucht oder ihnen gar zur Flucht verholfen haben. Sie alle berichten von ihren persönlichen Erfahrungen in oder mit der DDR. Genau wie der erste Band ist dies ein „Geschichtenbuch“, kein „Geschichtsbuch“. Das rein subjektiv Erlebte steht im Vordergrund und deshalb ist es nicht ausgeschlossen, dass einzelne historische Details nicht mehr genau in Erinnerung geblieben sind. Wichtiger ist, dass aufgrund der Schilderung persönlicher Erlebnisse Geschichte auf eine spannende, authentische Art und Weise vermittelt wird, lebendig und nachvollziehbar.Die Geschichten habe ich teilweise aufgenommen oder Auszüge aus bereits vorhandenen persönlichen Manuskripten gewählt. Es war mir wichtig, den Sprachstil eines jeden Einzelnen möglichst zu belassen, das „Erzählen“, nicht die sprachliche Vollkommenheit soll hier im Vordergrund stehen. Ich habe daher versucht, lediglich einige syntaktische oder stilistische Änderungen vorzunehmen, damit die Erzählungen so authentisch wie möglich bleiben. Änderungen, Ergänzungen oder Anmerkungen in den Auszügen aus Manuskripten habe ich durch Kursivsatz kenntlich gemacht. Viele Fotos und Dokumente, u. a. aus den Stasi-Akten, geben ebenfalls einen interessanten Einblick in jene Zeit. Die Berichte werden durch einzelne Themenkapitel unterbrochen, zu denen sich die Zeitzeugen geäußert haben, um einen Ausschnitt aus dem täglichen Leben in der DDR zu schildern: Schule und Erziehung, Freizeit und Feste, Reisen, Religion, Erfahrungen mit Staat und Stasi, Empfindungen beim Bau und beim Fall der Mauer sowie Erfahrungen im Verhältnis mit Ost- und Westdeutschen.Zu einer starken Demokratie gehört die ehrliche und umfassende Aufarbeitung unserer Vergangenheit. Das gilt sowohl für die Zeit des Nationalsozialismus als auch für die Zeit der DDR-Diktatur. „Schweigen ist Silber, Reden ist Gold.“ So sehen es die Menschen, die in diesem Buch zu Wort kommen, und dafür bin ich ihnen dankbar. Nach diesem Motto handelte im Übrigen auch Wolf Biermann, als er sich im letzten Jahr auf Einladung Norbert Lammerts anlässlich des 25. Jahrestages des Mauerfalls explizit an die Partei Die Linke wandte: „Und ich weiß ja, dass die, die sich Linke nennen, nicht links sind, auch nicht rechts, sondern reaktionär, dass diejenigen, die hier sitzen, der elende Rest dessen sind, was zum Glück überwunden ist.“
Mönchengladbach, im September 2015
© Sabine Schwiers

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Ursula Burkowski - Weinen in der Dunkelheit 1991 / 2011

 
  
Das Buch beginnt damit, dass Ursula Burkowski - zwei Jahre alt – von ihrem Großvater in Berlin-Kaulsdorf gefunden wurde. Die Mutter hat ihre Kinder verlassen und ist in den Westen gegangen. Die Kinder sind fast verhungert, es ist Winter und kalt. So beginnen die Erinnerungen von Ursula Burkowski. Das Mädchen wird von ihren Geschwistern getrennt und in der Kinderheim Makarenko auch bekannt als Kinderheim Königsheide eingeliefert. Das Heim ist ein besonderes DDR-Kinderheim. Hier sollte eine Art „Kinderrepublik“ entstehen und hier ließen SED-Funktionäre ihre Kinder, wenn sie im Ausland weilten.
Das Leben in der Königsheide unterscheidet sich nicht grundlegend von der Situatin in anderen Heimen der DDR. Vielleicht ist die Versorgung besser, aber dieser Umstand ist weniger wichtig.
Wichtig ist, dass sie das ganze Repertoire autoritärer Heimerziehung dieser Zeit am eigenen Leibe erfährt:
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Arrest und Stubenapelle, der Besuch von außerhalb – nur für sie nicht. Kollektiv-Bestrafungen, überforderte und gleichgültige Erzieher, beim Essen in der Schlange stehen usw.Das kindliche Vertrauen wird schwer erschüttert. Auf der Suche nach Liebe wird sie immer wieder Enttäuschungen erleben.

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Das Buch ist chronologisch aufgebaut. In schneller Folge ziehen an uns in der Reihenfolge der Kapitel, die Abschnitte ihres Lebens vorbei. Man begreift die Entwicklungsprobleme und versteht die Seelensituation der Autorin. Bewundernswert und mitreißend ist wie intensiv sie das System ausgeliefert war und wie sich immer schafft sich gegen diese Macht zu behaupten. Das Buch erschien zuerst 1991 im Selbstverlag (hier das Originalcover).

 


Es nahm den Inhalt einer Debatte vorweg, die erst viel später einsetzte. Es ist in mehrere Sprachen übersetzt worden.
Es bildet den ersten Band ihrer Romantrilogie (Bd. 2: „Draußen“, Bd. 3: Es gibt kein Zurück“).

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Marianne Döring - Winter in meinem Herzen - 2010

 
 
Marianne Döring: "Winter in meinem Herzen. Meine Kindheit zwischen Hoffnung und Heim. Das Buch, das mit eine Vorwort von Margot Käßmann ein geleitet wird, ist bereits 2010 - also noch bevor der Fonds Heimerziehung aufgelegt wurde - erschienen.       Dring

Nachkriegsdeutschland. Niemand sagt der kleinen Marianne, dass ihre Mutter gestorben ist, sie erfährt es erst von einer Schulkameradin. Ihre Schwester Lilo, gerade 21 geworden, muss sich um ihre Geschwister kümmern. Lilo ist überfordert, schlägt und misshandelt ihre kleine Schwester. Als Marianne zum entfernt lebenden Vater flüchtet, beschließt dieser, sie ins Heim zu geben. "Die kriegen wir schon klein", verspricht der Heimleiter dem Vater. Das Versprechen wird eingelöst, Marianne erlebt eine Kindheit und Jugend, die von Gewalt, Demütigung und Angst geprägt ist. Doch sie schafft es aus eigener Kraft sich zu befreien...

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Detlev Soost - Heimkind - Neger - Pionier 2005

 
 
Detlev Soost: "Heimkind-Neger-Pionier. Mein Leben", Hamburg 2005. Soost wurde 1970 in Pankow, ehemals DDR, geboren. Er wuchs in einem Kinderheim auf. Dort entdeckte er seine Leidenschaft fürs Tanzen. Seinen Durchbruch als Tanzcouch der Nation hatte er bei der TV-Show "Popstars", als er den "No Angels" und "Bro´Sis" mit seinen Choreographien zum Erfolg verhalf. Heute bietet der 34-jährige internationale Workshops an und ist als TV-Moderator und Coach erfolgreich. Nach seiner Methodik wird in mehr als zweihundert Tanzschulen und Fitnessclubs unterrichtet.       Soost
 
Soost berichtet über seine Einweisung ins Durchgangsheim Berlin-Alt Stralau und vom Aufenthalt in der Königsheide im Kinderheim Makarenko.
 
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Dorothea Iser - Neuzugang - 1985

 
 
Dorothea Iser - Neuzugang. Berlin 1985 (Verlag Neues Leben). Das Buch ist bereits zu DDR-Zeiten erschienen. (Rechts das Originalcover)
Es berichtet aus der Perspektive eines Jugendwerkhofserzieherin über ein Kind "Neuzugang", dass das nicht genannte Heim eingewiesen wurde und mit welchen Umständes es zu tun hatte.
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IserNeu       Hier der heutige Ankündigungstext: Jutta Timmendorf kommt nach dem Examen als Erzieherin in einen Jugendwerkhof. Sie freut sich auf ihre Aufgabe, endlich mit Jugendlichen zu arbeiten, die in ihrem bisherigen Leben im Abseits standen. Sie will ihnen helfen, wieder Fuß zu fassen. Das bedeutet, ihr Vertrauen zu gewinnen.
Von den Kollegen möchte sie anerkannt werden und von der Heimleitung geachtet. Das funktioniert nicht.
 
Wie alle Absolventen muss sie erst lernen, eigene Akzente zu setzen. Sie begegnet der Jugendlichen Wietha, die gegen ihren Willen in den Jugendwerkhof eingewiesen wird. In ihrer Akte steht, das Mädchen hat sich wochenlang herumgetrieben, die Schule gebummelt und ist sexuell verwahrlost. Wietha wünscht sich nur eins. Raus aus den Zwängen der Heimerziehung. Auch Jutta Timmendorf wird reglementiert. Sie beginnt, um sich und um Wietha zu kämpfen.
 
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Ein Heim - und doch ein Zuhause - Heim-Echo Bd. 1.mann

 
 
Gründungsinitiative Stiftung Königsheide (Hrsg.): "Ein Heim und doch ein Zuhause" (Heim-Echo Bd. 1. Heimkinder und Zeitzeugen erzählen), Berlin 2015       KnigsheideEchoI
 
Was weiß man vom Leben eines Heimkindes in der DDR? Viele Mutmaßungen zu diesem Thema sind in den Medien verbreitet worden. Wir lassen Betroffene und Zeitzeugen jener Jahre zu Wort kommen und berichten, wie sie es erlebt haben. Sie erzählen on ihrer Zeit und ihre Erlebnissen - vom Glück, Leid und/ oder der Bedrängnis ihrer jeweils individuellen Heimsituation. Jeder hat sein Schicksal, seine Geschichte und seine Wahrheit. Nur die Gesamtheit persönlicher Erlebnisse lässt eine differenzierte Betrachtung zu.
 
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Matthias Kühnhold - Ungebändigt .- 2014 Tag im Säuglingsheim

 
  
Matthias Kühnhold, Ungebändigt. Die schillernden Erlebnisse eines Jugendlichen der permanent aus ost und westdeutschen Erziehungsheimen flieht. Berlin 2014       UngebndigtKhnhold