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Biografien

Kein Leben gleicht dem anderen. Auch wenn alle der hier lesbaren Biografien mehr oder weniger vom Aufenthalt in einem Kinderheim geprägt sind, so sind sie doch einzigartig in ihrer Erzählung und in ihrem Erleben.

Einführung

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Viele Zeitzeugen haben uns sensible Einblicke in ihr Leben gewährt. Dabei sind eine Anzahl von einmaligen und wichtigen Dokumenten entstanden.
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Auf der einen Seite sind Filmdokumente angefertigt worden. Dabei haben uns ehemalige Heimkinder vor der Kamera erzählt, wie es ihnen in ihrer Kindheit und Jugend ergangen ist. Die Offenheit und Ehrlichkeit ihrer Erzählungen beeindrucken den Zuhören und deb Zuschauer.
Auf der anderen Seiten sind Interviews entstanden. Manchen sind lang, manche sind kurz. Wir haben diese Interviews zum Teil per Tonaufnahmen aufbereitet. Zum Teil sind sie auch verschriftlicht.
 
             

 

Biographie von Sylvia W.

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Zunächst war ich das zweite Mädchen von vier Schwestern. Mein Vater war ein sehr ungebildeter und jähzorniger Mensch. Meine Mutter, eine traurige und eingeschüchterte kleine Person.       Logo
 

Sie musste diesen Mann heiraten. Meine Großmutter war die erste Polizistin von Erfurt und dazu die damalige Zeit, denn meine Mutter erwartete 1955 ein Kind. Meine Kindheit war nur von Gewalt geprägt. Meine Mutter schlug uns aus Angst vor meinem Vater, mein Vater prügelte meine Mutter, wenn er betrunken aus der Kneipe kam. 1969 haben sich meine Eltern scheiden lassen. Ich war immer energischer als meine Schwestern und habe meiner Mutter geholfen, wenn sie jammernd und blutend am Boden lag. Zunächst habe ich mich mit der Schöpfkelle bewaffnet, später habe ich das lange Tortenmesser benutzt. Als ich zehn Jahre alt war, hat mein Vater mich geprügelt, dass ich in keinen Sarg passte. Meine Angst hat er genutzt, um sich von mir befriedigen zu lassen. Seine Aussage: "wenn du einen Ton sagst, dann setzt es jeden Tag Prügel, denen du es erzählst, geht es auch so".
Ich glaube, dass war der Zeitpunkt, dass ich erwachsen wurde. Dies ging ein paar Wochen so, bis er mich dann wie eine Frau benutzen wollte. Das hatte für ihn aber nicht den Erfolg, denn ab da kam mein langes Tortenmesser ins Spiel. Zwischenzeitlich war ich sehr aufgewühlt und voller Angst.
Erzählen konnte ich es nicht. Zuhause habe ich es nicht mehr ausgehalten und lief ständig weg. Somit hatte ich meinen Heimaufenthalt besiegelt. Meine Mutter wollte mich nicht mit Nachhause nehmen, denn sie hatte zwischenzeitlich bemerkt, dass mein Vater sich an mir vergriffen hatte. Bevor meine Mutter 2010 verstarb, hatte ich sie vier Jahre bei mir gepflegt. In dieser Zeit, praktisch nach ca. 40 Jahren, haben wir erstmalig über unsere Geschichte gesprochen. Sie sagte mir, dass sie mich nie nach Hause geholt hat, wenn Ferien waren, um mich vor meinem Vater zu schützen. Also hatte ich fünf Jahre keinen Kontakt zu meiner Familie. Post habe ich einmal im Jahr bekommen. Es gibt zehn angefangenen Briefen, die meine Mutter nie vollendet hat, geschweige abgeschickt hat.
Alle 6 Monate bin ich im Heim abgehauen, um meine Familie zu sehen. Die Rückführung war natürlich schnell passiert, so ein kleiner Hosenscheißer wie ich, war natürlich ungeschickt und ist der Polizei schnell in die Arme gelaufen. Also verbrachte ich natürlich auch viel Zeit in der Zelle. Was sollte ich da? Ich wusste schon warum, aber das hat auch keinen interessiert. Abgestempelt als kriminell. Natürlich habe ich es auch zwei Mal nach Torgau geschafft. Das sollte zur Abschreckung sein. Abschreckung vor meiner Familie?
Allerdings war ich eine sehr gute Schülerin. Ich stand immer im Wettbewerb, wer wird die Klassenbeste. Da ich mir in all dieser Zeit und mit meinen Erfahrungen ein regelrechtes Zweckverhalten antrainiert hatte, habe ich es immerhin bis zu FDJ-Sekretärin des gesamten Heimes geschafft. Dieses Zweckverhalten wurde mir im Zeugnis der 10. Klasse schriftlich bescheinigt. MEIN ÜBERLEBENSPLAN WAR, DU MUSST MIT DEM STROM SCHWIMMEN, sonst gehst du unter. Das habe ich allerding nur wenige Monate ausgehalten, dann konnte ich alles nicht mehr ertragen und bin ausgebrochen.
Diese Ausführung war notwendig, denn all diese Erfahrungen und auch mein Zweckverhalten haben sich bis zum Heutigen Tag nicht geändert und waren immer ein Klotz an meinem Bein.
Im Juli 1975 habe ich meine 10. Klasse abgeschlossen und wurde Nachhause zu meiner Mutter entlassen. Mein Vater und meine ältere Schwester waren ausgezogen. Meine Mutter war zwischenzeitlich Alkoholikerin und lebte auch mit so einem Sauftyp zusammen. Also rein in den kalten Ozean. Die Wohnung verkommen, voller schmutziger Wäsche und dann zwei Schwestern, die fünf Jahre älter geworden sind. Frech, unerzogen und haben gemacht was sie wollten.
Wir lebten damals schon in dieser zwei Zimmerwohnung (4 Kinder u. Eltern). Also lebte ich mit meinen zwei Schwester (9 und 11 Jahre alt) im Schlafzimmer und meine Mutter mit ihrem Saufkumpel im Wohnzimmer. Wohnungen gab es ja nicht! Da ich durch und durch von Ordnung und Sauberkeit besessen war - denn dazu wurden wir im Heim gezüchtigt - habe ich erst einige Wochen nur gewaschen und geputzt. Wollte ich Einfluss auf meine Geschwister nehmen, habe ich böse Anfeindungen erleiden müssen. Meine Geschwister wollte gar nichts mit mir zu tun haben, denn ich wollte ihre Freiheiten beschneiten und Sauberkeit erzwingen. Das Kennenlernen hat aber bis heute nicht funktioniert. Ich kenne sie, aber sie nicht mich. Mein Zweckverhalten hat funktioniert. Ich habe mich der Situation angepasst. Ich wollte Krippenerzieherin werden und hatte auch einen Ausbildungsplatz. Anfänglich lief Alles gut. Freunde habe ich aber nicht gefunden. Ich war immer sehr verschlossen und hatte immer die Angst, es könnte einer erfahren, dass ich im Heim war. Wer mich von früher kannte, hat mich angesprochen, sie haben gehört, ich war im Knast, ich habe gesessen, habe 2 Kinder, da ist ja die Rumtreiberin.
Es war ein Kreutz, was ich getragen habe. Meine Sinne waren nur geschärft auf meine Mitmenschen, was denken die von dir? Meine Schwestern haben mich abgelehnt, ich habe ihnen nichts zu sagen, ich soll zurück ins Heim.
Meine Mutter war nur betrunken, sodass ich mich nun auch schon mit ihr zoffte. Mit ihrem Saufkumpel habe ich mich geprügelt. Ich stand nur in negativer Erwartungshaltung. Was soll denn schon Gutes kommen.
Da lernte ich den Vater meiner Tochter kennen. Er war ein Kind, der im Wochenheim aufgewachsen ist. Die Eltern waren bei der Reichsbahn. Wir waren ohnmächtig verliebt. Wir wollten schnell heiraten und gleich Kinder haben. Unsere Heimerfahrung hat uns durch tausend Dinge und SEHNSÜCHTE verbunden. Er kam zur Armee. Seine Mutter intrigierte gegen mich. Sie wollte ihren Sohn noch nicht hergeben. Sylvia erwartete, wie sehnsüchtig gewollt, ein Kind. Mein Fachschulstudium habe ich natürlich leichtfertig an den Nagel gehängt. Die Mutter meines Freundes hat es geschafft, uns zu trennen, denn das Kind ist nicht von ihm, schließlich bin ich ein Heimkind, da ist sowieso Vorsicht geboten.
Meine erwünschte Zukunft war zerbrochen, mein Hirn lebte erneut von schlechten Erfahrungen, mein Leben werde ich beenden.
Nun, manchmal ist eine Mutter doch gut. Meine Mutter war auch mit 39 Jahren schwanger. Also haben wir uns zusammengetan. Sie hat die Schwangerschaft nicht abgebrochen und ich habe weitergelebt. Unser Plan war, die Kinder wachsen wie Geschwister auf. So ist es dann auch gekommen.
Dann habe ich einen Mann kennengelernt, der zwar nicht schön war. Er war ein Nachkömmling, verwöhnt und unselbstständig. Aber hat mich geliebt. Mein Hirn sagte, Kind, kein Mann, Lehre abgebrochen und… Na, dann heiratest du ihn. Er liebt dich und mein Kind und ich bin verheiratet mit einem Kind. Heute für mich unglaublich.
Das ging keine sechs Monate gut. Zwei Welten sind hier aufeinander getroffen, die waren alles, aber nicht kompatibel. Also Scheidung.
Er war bei der Armee, dort habe ich in meinem Scheidungsgewusel, meinen zukünftigen Mann kennengelernt. Nach sieben Jahren haben wir geheiratet. In der Anfangszeit habe ich gleich versucht, mein Leben zu ordnen. Bei der Kommunalen Wohnungswirtschaft erwarb ich den Abschluss als Handelskauffrau mit Auszeichnung. Bis dahin hatte ich aber nach etwa zehn Jahren, bereits auch zehn verschiedene Arbeitgeber. Nie habe ich es ausgehalten. Entweder der Chef oder die Kollegen. Wenn mir etwas nicht passte, habe ich das Weite gesucht. Mein Leben war nur von Anpassung und Ausbruch geprägt. Meine jeglichen Nachweise, die einen Aufenthalt in meinem Heim bezeugen könnten, habe ich verbrannt. Eine Kollegin hat an meinem Personalausweis erkannt, dass dieser in Dresden ausgestellt worden war (14 Jahre, Personalausweis, Kinderheim Moritzburg).
Alarmglocken, "... meine Mutter krank, habe bei Tante gelebt". Also schnell Ausweis neu machen. Letztes Indiz, Sylvia war im Heim. Allerdings habe ich seit der Geburt meines Kindes ein ständiges Wechselbad der Gefühle durchlebt. Meinem Kind hat es an nichts gefehlt.
Ich hätte Kitt aus dem Fenster gefressen, um ihre Wünsche zu erfüllen. Ich habe Dinge beschafft, die es eigentlich in der DDR nicht gab. Aber!!!!!
Sie durfte von keiner Norm abweichen. Schulische Leistungen über das Maß, Ordnung, Sauberkeit und niemals auffallen. Ich war nie auffällig, eher bin ich gegangen. Meine mir an gezüchteten Verhaltensmuster habe ich versucht, ihr anzuerziehen. Ich glaubte immer, es ist richtig.
Nein, heute bin ich allein, mit meiner Tochter, eher Schwiegersohn, zerstritten. Kein Kontakt, auch nicht zu meinen drei Enkelsöhnen. Ich wollte niemals ein weiteres Kind, bin aber glücklich über drei Enkelsöhne. Eigentlich leide ich unendlich. Ich möchte gern anders sein, aber ich komme nicht von der Stelle. Mein Leben ist von Anpassung, Ausbrechen, Kampf um ständige Bestleistung, Verzicht, Zurücknahme, Uneigennützigkeit geprägt. Mein Anliegen, es jedem recht zu machen und mich dabei zu vergessen, das ist mein ständiger Begleiter. Durch mein ständiges Ausreißen, lebe ich Zeit meines Lebens immer von meiner Familie getrennt. Nach fast 25 Jahren, habe ich mich auch von meinem zweiten Mann scheiden lassen. Er war ein großer Egoist, ich habe verzichtet. Meine Tochter und mein Mann, waren mein Heiligtum. Er fuhr Passat, ich bin mit dem Bus gefahren. Meine Tochter fuhr Golf, ich Bus. Mein Mann hat meinen Geburtstag mit einer anderen Frau verbracht, hat mich aber erinnert, er habe in zwei Monaten Geburtstag. Meiner Tochter mit ihren drei Kindern habe ich seit ca. 20 Jahren jegliches Guthaben zukommen lassen. Hätte ich dieses Geld, wäre ich stinkereich.
Nein, das bin ich bei Weitem nicht.
Habe in den letzten zwei Jahren zwei Bandscheiben Operationen gehabt, bin zwischenzeitlich bei Hartz Vier angekommen. Arm wie eine Kirchenmaus und unsagbare Sehnsucht nach meiner Familie. Ich bin in meinem Hamsterrad gefangen.
Ich habe versucht, mich kurz zu fassen, meine Gefühle zurückgenommen, versucht nicht auszubrechen. Würde ich meine Geschichte in ein Buch fassen, würden die Menschen denken, es ist ein Roman, niemals Wirklichkeit.

 
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Biographie von Jenny Z.

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An das Säuglingsheim kann ich mich nicht erinnern, da war ich ja erst 3 Monate alt. Ich kam mit fast 2 Jahren zu Pflegeeltern nach Schollbrunn im Odenwald, Als der Mann meiner Pflegemutter starb - das war glaube ich 1952.       JennyZalbeheute160
 
Ab diesem Zeitpunkt hatte sie es schwer auf dem Bauernhof. Sie musste mit ihrem Sohn und mir ausziehen und wir hatten keine Bleibe mehr.
Die Schwägerin Übertrug Ihren Hass auf mich und ich wurde von einem Verwandten mit einem Messer bedroht und durfte nicht mehr mit den Kindern spielen. Das war ein wirklich schlimmer Einschnitt in meine Kinderseele.
 Mit fast 7 Jahren wurde ich dort weg gebracht in ein Waisen- oder Rettungshaus. Dort wurden wir Kinder öfters eingesperrt und auch geschlagen. Wir bekamen Medikamente zur Ruhigstellung.
Ab und zu wurde ich wurde von einer Fürsorgerin abgeholt, entweder mit einem Auto oder per Bahn. Meine leibliche Mutter verstarb im Februar 1957, deshalb sollte ich an Pflegeeltern vermittelt werden. Aber da ich ja von der Oberin Brandenburg als schwachsinnig hingestellt wurde und ich ein so schlimmes Kind war - eben ein ganz einfaches - wollte mich wahrscheinlich keiner mehr.

Wir waren ungefähr 12 bis 15 Kinder in einem Schlafraum der abends abgeschlossen wurde, es wurde ein Eimer hingestellt, damit wir wenigstens auf die Toilette gehen konnten. Ein Kind das widersprach kam sofort in einen Besinnungsraum. Wir hatten auch alle eine Nummer. Das lief alles über die Diakonie und dem Jugendamt.
Meine erste Pflegemutter hatte mir Briefe geschrieben, die ich nie vorgelesen bekam. Erst als ich meine Akte erhielt, fand ich diese Briefe. Sie hatte immer wieder versucht, mich zu bekommen. Aber das war vergebens.
Mit 9 Jahren wurde ich dann an eine Familie Schneider vermittelt. Auch wieder über die Diakonie damals.
1959 kam eine Fürsorgerin aus Darmstadt, um mich zu diesen Leuten zu bringen. Ich wurde mit einem VW Käfer abgeholt, den ein Mann fuhr. Ich hatte einen kleinen Koffer mit wenig Kleidern. Unsere Kleider waren grau weiß und eine blaue oder helle Schürze. Es könnte auch sein, dass die Kleider auch teilweise Blau waren. So genau weiß ich das nicht mehr. Als ich in Darmstadt ankam, hatte ich einen grauen Mantel an und eine rote Mütze mit einem roten kurzen Zipfel. Frau Pfaff ging mit mir in die Küche meiner neuen Pflegeeltern. Da kam dann der nächste Schock für mich, sie teilte mir sofort mit, dass sie mich nicht wollte. Sie hätte lieber ein kleines Kind gehabt. Ich war ja nun schon fast 9 Jahre alt.
Aber das Jugendamt und die Diakonie wollten es so. Deswegen hatte sie dann doch zugestimmt. Ich hatte nichts Persönliches zum mit nehmen.
Ob das Heim nun sauber oder verschmutz war, kann ich nicht sagen. Aber es war zu dieser Zeit ja alles etwas anders als heute.
In Lahr - Dinglingen was soll ich da sagen. Ein Kind gewöhnt sich schnell ein, das eine oder andere tut sich schwer. Da ich keine eigenen Eltern hatte, kann ich nicht viel sagen dazu, da ich keinen Vergleich habe. Bei den zweiten Pflegeeltern hatte ich kein eigenes Bett. Ich musste in einer Badewanne oder in der Garage im Auto schlafen, da sie Räume an Holländer vermietet hatten.
Das Jugendamt wusste nichts darüber. Diese Fürsorgerin meldete sich an und schon war sie da. Ich musste ich mir die besseren Kleider anziehen. Durfte nichts reden nur guten Tag und auf Wiedersehn. Es gab auch jedes Jahr einen Zettel mit 150 DM für Kleider und Schuhe. Trotzdem hatte ich Plastik-Schuhe an.
Kaum war sie weg, musste ich mich wieder umziehen. In der Waschküche, wo auch im großen Kessel geschlachtet wurde, mussten wir uns in der Zinnwanne waschen. Erst der Mann, dann die Frau. Danach durften wir Kinder uns waschen. Diese Leute sind immer ohne mich in den Urlaub gefahren, sie hatten nur das jüngste Pflegekind mitgenommen. Ich selbst wurde immer wo anders hingeschickt.

1963 gaben sie mich wieder in ein Heim nach Lich Oberhessen. Ich wurde wieder von der Fürsorgerin abgeholt mit dem VW Käfer. In Lich selbst wurde ich von Schwester Eva in Empfang genommen.
Ich schlief in einem Zimmer zu viert .Da ich kaum ein eigenes Bett für mich hatte, freute ich mich darüber.
Wir waren damals ungefähr 16 Kinder verteilt auf die 4 Zimmer. Zwischen den Betten standen jeweils ein Kleiderschrank für je zwei Kinder. Auch da hatte ich nichts von mir selbst dabei, auch deshalb weil ich nichts hatte. Bei den zweiten Pflegeeltern hatte ich mich nicht wohl gefühlt.
In den Heimen selbst, na ja auch da gab es keine Zuwendung, die man als Kind gebraucht hätte, ebenso auch von den Pflegeeltern.

 
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Biographie von Gerd T.

 
  
Geboren wurde ich am 01.04.1939 in Berlin. Meine Mutter war nach meiner Geburt krank.       Logo 
 
Das dauerte der AOK zu lange und sie weigerte sich, weiter die Krankenhauskosten für mich zu zahlen. Ich kam am 17.5.1939 in das Städtische Waisenhaus Berlin.
Am 06.06.39 wurde ich weitergereicht an das Kinderheim Hermsdorf. In der Akte steht zu lesen: Das Stadtmündel ist ausgabefähig. Übergeben-Übernommen.
1942 folgte das Säuglingsheim Nitsche & Günter in Rathenow am Weinberg 6. Am 10.05.1945 befand ich mich im Flüchtlingskinderlager Schollene. Von dort kam ich in das Kinderheim Eichstett bei Stendal und am 21.05.1946 ins Kinderheim Badingen.
Am 12.Mai 1948 kam ich zur Familie Meister in Pflege und wurde drei Jahre lang schwer misshandelt. Die Pflegeeltern kamen ins Gefängnis. Am 20.05.1951 kam ich in das Kinderheim Gadow bei Lanz und blieb dort bis zum 01.04.1957.
Ich wurde 18 Jahre alt und die Vormundschaft wurde beendet.
Da ich kein Zuhause hatte, kam ich an den Wochenenden bis 1960 immer noch ins Heim, was die Heimleitung allen Entlassenen erlaubte.
 
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Biographie von Sven B.

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Herr B. (geb. 1970 in Weimar) ein DDR-Heimkind aus Thüringen wollte stets wissen, warum er ins Heim gekommen ist. Beinahe sechs Jahre war er in DDR-Heimen eingesperrt.       Logo
 

Drei Jahre verbrachte er in Rausdorf im Spezialkinderheim "Fritz Grosse", es folgten vier Monate im Kinderheim Am Friedensberg in Jena, acht Monate im Jugendhaus Halle und neunzehn Monate im Jugendwerkhof Freital davon vier Monate in Torgau.
Es war schrecklich für ihn, als aufgeweckter Junge ins Heim zu kommen und von seiner Familie getrennt zu sein, ohne zu wissen warum. Den Grund hat er durch Einsicht seiner Stasi-Unterlagen erfahren, seine Mutter und sein Stiefvater haben die Einweisung ins Heim veranlasst. Sein leiblicher wurde nach einer Schlägerei mit Todesfolge noch während der Schwangerschaft inhaftiert.
Zur Unterstützung hat der Zeitzeuge Herr B. seine Freundin mitgebracht, mit der er seit dreißig Jahren „verheiratet“ ist und in Jena in einem Plattenbau wohnt. Sie hat zwei Kinder mit in die Lebenspartnerschaft gebracht hat. Er kann sich in allen Belangen, auch im Kontext mit seiner Heimvergangenheit seiner Partnerin anvertrauen.
Seine Heimkarriere hat sich auf sein jetziges Leben ausgewirkt, er wurde umerzogen. Er ist ein disziplinierter, bedächtiger und wohlgenährter Mann. Seine leiblichen, jedoch unehelichen Kinder haben 1988 (Sohn) und 1989 (Tochter) das Licht der Welt erblickt. Seine Heimkarriere führte zu Verlustängsten.
Seine Kindheit ist geprägt von Gewalt und Demütigungen durch den Stiefvater, deshalb flüchtet er regelmäßig von zu Hause. Mit zehn Jahren gelingt es ihm bis Berlin und Rostock zu fliehen, bevor er von der Volkspolizei ertappt und über Durchgangsheime wieder nach Hause zurückgeführt wird.
Sein Heimschicksal begann mit der Einweisung in das Spezialkinderheim "Fritz Grosse" im Jahr 1981 in Rausdorf. Er verbrachte dort drei Jahre. Als er 1984 wieder entlassen wird, kehrt er in sein Elternhaus zurück, wobei sich die familiäre Situation nicht bessert. Ihm wird die Verantwortung für Tätigkeiten im Haushalt und für die Aufsicht der vier jüngeren Geschwister übertragen. Dies empfindet er als ungerecht und er entschließt sich erneut auf Trebe zu gehen. Als ihn die Polizei aufgreift, wird er für zwei Wochen in einer Jugendpsychiatrie untergebracht.
Darauf folgt ein viermonatiger Aufenthalt im Kinderheim Am Friedensberg. Während dieser Zeit absolvierte er seinen 10. Klasseabschluss. Allerdings entwendet er als Mutprobe unter Jugendlichen ein Moped und wird von einer Straßenkontrolle angehalten. Daraufhin wird er 1986 wegen Mittäterschaft zu acht Monaten Jugendhaus in Halle verurteilt. Nach seiner Entlassung wird er in die Obhut des Jugendwerkhofes in Freital überführt. 1987 hat seine Flucht seine Einweisung in Torgau zur Folge.
Insbesondere ging es in den vier Monaten im GJWH Torgau darum, seine Persönlichkeiten zu brechen, um sich den Forderungen zu unterwerfen. Er wurde wieder und wieder gedemütigt und erzählte von Einzelhaft im Fuchsbau im geschlossenen Jugendwerkhof in Torgau, einem dunklen Loch im Keller. Das Heim hat mit der Zwangsarbeit viel Geld verdient. Die Straftaten sind straf- und zivilrechtlich verjährt.
Herr B. äußert folgende Worte „Torgau war das Schlimmste, was hätte passieren können. Deshalb wird wahrschein so viel darüber berichtet. Leute die aus Torgau kamen, haben nichts darüber erzählt. Man musste etwas unterschreiben, dass man nichts darüber erzählt.“ Er wurde vor 29 Jahren aus dem GJWH Torgau entlassen und musste eine Schweigepflichtserklärung bei Entlassung unterschreiben. Als Heimkind wurde er seiner Kindheit beraubt, geschlagen und zur Zwangsarbeit gezwungen.
Nachdem er hinter den drei Meter hohen Gefängnismauern von Torgau eingesperrt war, kehrte er 1988 nicht in die Wohnung seiner Eltern zurück. Seine Republikflucht ist 1989 an der tschechischen Grenze gescheitert, er wurde zusammen mit einem Freund auf der Flucht erwischt und im Gefängnis Regensbreiting inhaftiert. Nach der Entlassung 1990 zieht er in den Westen.
1993 wird er zu neun Jahren Haft wegen Milieukriminalität verurteilt. Die Haftzeit nutzt er, um Gitarre spielen zu lernen und seinen Schweißerpass zu erwerben. Er beginnt damit, seine Erfahrungen in den Heimen und in Torgau autobiographisch niederzuschreiben. Sein Manuskript hat er dem Deutschen Institut für Heimerziehungsforschung zur Verfügung gestellt (DIH). Hinter Gefängnismauer sitzend, liest er in einer Ausgabe der Zeitschrift Super Illu über Rehabilitierung/ Aufarbeitung und hebt den Artikel auf.
Ziel des Fonds Heimerziehung ist es, erlittenes Unrecht auszugleichen, doch der Fonds zur Entschädigung ist zeitlich begrenzt. Die Anlauf- und Beratungsstellen unterstützen Personen, die zwischen 1949 und 1990 in der DDR in einem Heim untergebracht wurden. Herr B. misstraut Institutionen. 10.000 Euro erhielt er als Geste, als ein Symbol der Entschädigung des DDR-Unrechts. Er fühlt sich von den bürokratischen Klauseln und vom Staat verraten und äußert, „wenn der Staat erneut vorschreibt für was das Geld ausgegeben werden darf, dass empfinde ich als Ohrfeige für jedes Heimkind“. Ob es ist zu wenig Geld ist, mag er nicht beurteilen, da Leid nicht in Geld aufgewogen werden kann.
Nach seiner Entlassung Ende 1998 hat er trotz intensiver Anstrengungen kein festes Arbeitsverhältnis gefunden. Seit April 2009 bezieht er Sozialhilfe und arbeitet gelegentlich als Küchenhilfe.
Damals war er ein Opfer, jetzt ist er jemand, der nicht mehr über erlebtes Unrecht schweigt, sondern über erlebtes Unrecht spricht. Insbesondere Herrn Manfred Buchta und Herr Manfred May (im Ruhestand seit 2014) von der Anlaufstelle für hilfesuchende ehemalige Heimkinder in Thüringen haben ihm sehr geholfen. In Gesprächen hat er den beiden Männern seine persönliche Lebensgeschichte anvertraut. Herr B. hat so viel Vertrauen entwickelt, dass es ihm möglich ist, auch über sein Heimschicksal zu reden.
In den GJWH Torgau kehrt er im Jahr 2009 zurück, um an der Eröffnung einer Ausstellung in der Erinnerungs- und Begegnungsstätte Torgau teilzunehmen. Er ist emotional betroffen und kehrt im Jahr 2010 erneut an den schlimmsten Ort seines Lebens zurück. Er empfindet es als angenehm, sich mit anderen Betroffenen über die Erfahrungen auszutauschen, da ihm sonst mit Skepsis begegnet wird.
Zu seiner Mutter hat Herr B. ein prekäres Verhältnis, da diese bei den Misshandlungen durch seinen Stiefvater nicht eingeschritten ist, der Aufarbeitung der Vergangenheit ausweicht bzw. jede Kommunikation darüber verwehrt. Zu seinen Geschwistern, drei Schwestern und ein Bruder, hat Herr B. derzeit ein gutes Verhältnis.

 

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Biographie von Andreas F.

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Ich wurde am 5.11.1966 in Quedlinburg im Harz geboren und im Jahr 1973 in der   POS "Sigmund Jähn" in Hedersleben eingeschult.       foto236
 

Schon früh begann ich in der Schule das DDR-Regime zu hinterfragen, was zu Repressalien führte. Als diese und die Einengung in der DDR für mich unerträglich wurden, entschloss ich mich im Alter von 12 Jahren zu einem Fluchtversuch.

Diese Flucht misslang und ich wurde von Grenzsoldaten festgenommen. Daraufhin folgte die Zwangseinweisung durch die Jugendhilfe der DDR in das Durchgangsheim Halle - Goldberg im Jahr 79/80. Von dort wurde ich nach einigen Monaten in das Spezialkinderheim "Ernst Schneller " in Eilenburg eingewiesen. Dieses Heim hat den sogenannten Sonderheimen angehört. Aufgrund meiner Entweichungen von dort wurde ich mit 14 Jahren das erste Mal zur Kurzeinweisung für 14 Tage in den Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau eingewiesen und arrestiert. Dort waren Zwangssport sowie psychischer Terror an der Tagesordnung.
Von Torgau aus wurde ich dann weiter über das Durchgangsheim Leipzig-Heiterblick in den Jugendwerkhof  Hummelshain "Ehre der Arbeit" verbracht. Die unerträglichen Zustände brachten mich dazu, auch von dort zu entweichen, um erneut eine Republikflucht zu versuchen. Ich wurde aber immer wieder noch im Landesinneren vor dem Versuch aufgegriffen und zurück nach Hummelshain transportiert.
Nach mehreren Fluchtversuchen aus Hummelshain wurde ich dann zur sogenannten "Ersteinweisung" zurück in den Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau verbracht. Dort verbrachte ich nicht nur die offiziell erlaubten drei Monate, sondern mit Verletzung der damals vorgeschriebenen Regelung zusätzlich fast weitere drei Monate.

Nach der Entlassung aus Torgau flüchtete ich sofort wieder aus Hummelshain, um an die Westgrenze in Ostberlin zu gelangen, schon mit der festen Absicht die Flucht über die Mauer zu wagen. Leider war auch dieser Fluchtversuch aufgrund des Verrates eines Mitinsassen erfolglos und ich wurde verhaftet.
Danach wurde ich nach tagelangen Verhören in die U-Haft der Staatsicherheit in Rudolstadt gesperrt.
Von dort wurde ich während der U-Haft in Gera 1982 wegen "Versuchten illegalen Grenzübertritts" sowie "öffentliche Herabwürdigung staatlicher Organe" zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, das ich im Jugendhaus Halle " Frohe Zukunft" verbringen musste.
Nach meiner Entlassung 1983 wurden mir ein Ausbildungsverbot, Verbot der Einreise nach Ostberlin sowie Zwangsarbeit für 2 Jahre auferlegt. Auch bekam ich nur einen vorläufigen Personalausweis, welcher es mir nicht ermöglichte nach Polen oder Tschechien zu Reisen. Nach diesen zweijährigen Zwangsmaßnahmen, nahm ich eine  Tätigkeit in  der Krankenpflege auf.

Im April 1989 nahm ich zur Zeit der Leipziger Messe an einem Montagsgebet in der Nikolaikirche in Leipzig teil. Nach dem Montagsgebet versammelten wir uns vor der Kirche um für unsere Rechte zu demonstrieren und zogen mit etwa 200 Personen zum nahe gelegenen Alten Rathaus, wo wir mit der Staatsgewalt aneinander gerieten. Diese Demonstration, die schon lange vor den Demonstrationen im Herbst stattfand, wurde von der Stasi aufgrund unserer Entschlossenheit als so gefährlich und als Zündfunke für weitere Proteste erkannt, so dass sie versucht haben, die von ihnen in der Menge identifizierten und ihnen wohlbekannten Staatsfeinde loszuwerden, indem sie viele bis dahin ignorierten Ausreiseanträge genehmigten. Ich konnte binnen weniger Tage die DDR verlassen.

Etwa eine Woche nach dieser ersten Montagsdemonstration konnte ich endlich in die Bundesrepublik Deutschland am 19.4.1989 gegen 23. 50 h mit dem Zug nach Frankfurt am Main ausreisen.
1996 wurde über meine Zeit in den  Umerziehungseinrichtungen der DDR eine Reportage mit dem Namen "Spurensuche - ich war im Kinderknast von Torgau" gedreht. Die Konfrontation mit der schlimmsten Zeit meines Lebens veranlasste mich, zusammen mit einem Freund, S.L., welcher in Zusammenarbeit mit einem Notar aus dem Raum Stuttgart die komplette Satzung ausarbeitete, kurz darauf einen Verein zu gründen, der sich um die Belange aller ehemaliger Insassen des Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau kümmert. Dieser Verein ist heute als Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau aktiv in der Aufklärungsarbeit und eine Anlaufstelle für ehemalige Insassen vom Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau und allen Spezialkinderheimen und Jugendwerkhöfen der DDR, an der sie Hilfe und Unterstützung bekommen.

 
Nach oben Klicken    Homepage Andreas F.   Spurensuche   Interview mit Andreas F.

 

Biographie von Herr René Z.

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Herr A. wurde im Jahr 1973 in Berlin geboren. Bewusst kann er sich erst ab dem vierten Lebensjahr erinnern.       Logo 
 
Er hat eine leibliche Schwester, welche 1970 geboren ist, und zwei Halbgeschwister. Einen Jungen, 1962 geboren, und ein Mädchen. Leider hat sich seine Mutter um keines ihrer Kinder gekümmert. Seine älteste Schwester hat größtenteils die Mutterrolle übernommen. Sie hat die Wäsche gewaschen und allen Geschwistern etwas zu Essen gegeben – sie hat also die Grundbedürfnisse gestillt.
Bereits im Kindergarten hatte Herr A. seinen eigenen Kopf und wollte diesen auch durchsetzen. Man kann also sagen, dass er schon damals ein „Eigenbrötler“ war.

In den Jahren 1978/1979 haben bereits die ersten Schwierigkeiten angefangen. 1980 kam dann die Einschulung. Zu der Zeit, war Herr A. kaum schulfähig. Er hat Ablehnung von seinen Mitschülern und sogar den Lehrern erfahren. Dies ließ er sich so lange gefallen, bis Herr A. dann 1981 zugehauen hat. Nun wurde er als gewalttätig eingestuft und in das Spezialkinderkeim Charlotte Eisenblätter Blücherhof (Mecklenburg-Vorpommern) eingewiesen. Dort verbrachte Herr A. drei Jahre seines Lebens.
Im Jahr 1983 kam eine dreiwöchige Unterbrechung. Er wurde nach Bollersdorf geschickt. Dies war eine Sondereinrichtung der Psychodiagnostik am Schermützelsee. Ein Jahr später, im Jahr 1984, ist Herr A. für drei Jahre wieder zu meiner Mutter gekommen. Jedoch hat sie sich auch in dieser Zeit nicht um ihn gekümmert. Nach der Schule kümmerte sich wieder seine Halbschwester um Herrn A.. Seine Mutter arbeitete in mehreren Kneipen und im Gastronomiegewerbe. 1987 kam Herr A. in ein weiteres Spezialkinderheim, nach Hohenleuben (Erich Weinert). In diesem Jahr hätte er auch zu seinem Vater ziehen können, jedoch war seine Mutter dagegen. Hätte Herr A. diese Chance bekommen, wäre seine Kindheit wohl ganz anders verlaufen.
Zu seinem Vater hatte Herr A. ein sehr gutes Verhältnis. Sie haben viel miteinander unternommen. Auch mit der neuen Freundin seines Vaters hatte er ein gutes Verhältnis. Leider verstarb sie im Jahr 1996 und sein Vater nur ein Jahr später im Jahr 1997. Der Tod seines Vaters hat Herrn A. sehr getroffen und bis heute hat er ihn nicht ganz verarbeitet.
1989 hat er seine Partnerin kennengelernt, mit der er eine Tochter hat. Sie wurde im Jahr 1992 geboren, allerdings hat er nur die ersten vier Jahre einen guten Kontakt zu ihr. Ein Kontakt besteht auch heute nicht.

Kurz nachdem Herr A. seine Partnerin kenngelernt hat, hat er im Jahr 1990 seinen ersten Partner kennengelernt. Er war seine erste große Liebe, welche zehn Jahre gehalten hat. Bis 1995 ist er mit beiden Partnern zweigleisig gefahren. Als seine Partnerin erfahren hat, dass er noch einen anderen Partner hat, hat sie sich von ihm getrennt.
2006 lernte Herr A. einen neuen Partner kennen. Durch ihn blühte der Kontakt zu seiner Mutter wieder auf. Jedoch kann man hier nicht von einer Beziehung sprechen. Ihr Verhalten tat ihr hinterher leid. Als sie 2008 verstarb hat er sich jedoch am Grab nicht von ihr verabschiedet.
Die Familie seines Partners ist auch mit zu seiner Familie geworden. Sie haben Herrn A. wunderbar aufgenommen und sind auch noch weiterhin für ihn da und es besteht ein regelmäßiger Kontakt. Sein letzter Partner verstarb ganz plötzlich und unerwartet vor kurzer Zeit.
Nun zu seiner Beruflichen Laufbahn.
1991 ist Herr A. zur Bundeswehr gegangen und hat sich im Medizinischen Dienst verpflichten lassen. Nun wusste er zu 100% dass er weiterhin im medizinischen Bereich tätig sein möchte.
In den Jahren 2002 – 2014 war er bei verschiedenen Fußballvereinen im medizinischen Bereich tätig.
 
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Biographie von Frank R.

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Erinnerungen an das Kinderheim „Haus der fröhlichen Kinder“ in Graal-Müritz.
Frank Rehfeldt, Jahrgang 1941 lebte mit seiner Mutter in Groß Lüsewitz im Kreis Rostock. Sein Vater war nicht aus dem Krieg zurück gekommen. Von Oktober 1954 bis Ende Juli 1955 war er im Kinderheim „Haus der fröhlichen Kinder“ in Graal-Müritz in der Karl-Marx-Str. 18 untergebracht.
Im Herbst 1954 musste seine Mutter für 4 Monate auf eine Verwaltungsschule nach Weimar. Es wurde nach einer Möglichkeit gesucht, den Sohn für diese Zeit unterzubringen. Nach vielem Hin und Her wurde zusammen mit dem Jugendamt beschlossen, dass er diese Zeit in einem Kinderheim in Graal-Müritz verbringen sollte. Zu guter Letzt stellte sich noch heraus, dass es ein Heim für Berliner Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen war.
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Dielind Blödorn
   

Seine Erinnerungen an die Zeit im Kinderheim
An einem Tag Anfang Oktober 1954, ich war 13 Jahre alt, brachte mich meine Mutter in das Kinderheim „Haus der fröhlichen Kinder“ nach Graal-Müritz und übergab mich dort in die Obhut der Heimleiterin, Frau Koch einer älteren freundlichen Dame. Hier waren etwa 50 Kinder sowohl Jungen als auch Mädchen untergebracht.



      
 
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Angelika Müller
      Ich wurde in eine Gruppe von 11 gleichaltrigen Jungen eingewiesen. Zwei junge Frauen, Dietlind Blödorn und Angelika Müller im Alter von etwa 24 Jahren waren unsere Erzieherinnen. Wir Jungen hatten eine gute Beziehung zu ihnen, ja wir liebten sie. Sie waren jung, hübsch, und verständnisvoll aber auch konsequent.
Alle Gruppen waren in Schlafsälen mit 10 bis 12 Betten untergebracht. In einen großen Raum hatten alle Jungen mit in ihrer jeweiligen Gruppe einen Tisch, an dem sie mit der Erzieherin ihre Mahlzeiten einnahmen, aber auch Schularbeiten machten oder spielten.
 
Es gab auch eine Mädchengruppen, die ihre eignen Räume hatten. Wie ich dann erfuhr, war es ein Heim für schwer erziehbare Kinder, die hauptsächlich aus Berlin waren. Als Kind vom Lande musste ich erst einmal alles ablegen, was mich von den Grossstadtkinder unterschied. Das wurde mir sehr schnell klar gemacht. Als erstes legte ich mir einen andern Haarschnitt zu und übernahm allmählich auch die lässige Art der andern Jungen.
 
Der Jargon, die Grosskotzigkeit und der Berliner Dialekt, den ich mir allmählich angewöhnte, haben mich zu einem der ihren werden lassen. Wir hatten bestimmte Aufgaben zu erfüllen, wie z.B. Tischdienste oder Ordnung in unseren Räumen zu halten. Sonst konnten wir uns in unserer Freizeit, am Nachmittag nach der Schule oder an den Wochenenden frei bewegen. Es gab normalerweise keine Einschränkungen, bis auf die Einhaltung der Tischzeiten und zu einer bestimmten Zeit wieder im Haus der fröhlichen Kinder Haus zu sein.       sfsdkle
 Haus der fröhlichen Kinder                   
 
Obwohl viele Kinder aus einem sozial problematischen Umfeld kamen, gab es unter uns ein gutes Verhältnis und keine bösartigen Auffälligkeiten. Eine Gruppe mit ihren Erziehern war wie eine Familie mit vielen Geschwistern. Wie überall unter Kindern gab es auch Streitigkeiten und auch mal Schlägereien. Aber das hielt sich in Grenzen. Einige Kinder erzählten mir etwas über ihre Herkunft und Vergangenheit. Es gab einige Waisenkinder, manche wuchsen bei der Oma auf, die aber mit der Aufgabe überfordert waren. In vielen Elternhäusern fehlte der Vater und die Mütter schafften es nicht, ihre Kinder in den Griff zu bekommen. Es war die Zeit unmittelbar nach dem Krieg, in einer Großstadt, die von vier Besatzungsmächten regiert wurde und mit einer Grenze zwischen Ost- und Westberlin. Wohnungsnot und die tägliche Sorge um das Überleben bestimmte in vielen Familien das Leben. Da blieb manchmal das Wohl der Kinder auf der Strecke, die sich früh dem Lebenskampf anpassen mussten. So fand das eine und andere Kind dann den Weg ins Kinderheim.
 
 graaalkle       Unsere Heimleiterin war sehr tolerant und das wirkte sich auf das gesamte Klima aus. Wir haben viel gemeinsam gespielt. Es gab einen großen Hof und gegenüber auf der anderen Straßenseite war der Wald. Zur Schule mussten wir in den Ortsteil Graal gehen. Dort waren wir gemeinsam mit den einheimischen Kindern in den jeweiligen Klassen untergebracht. Nach der Schule gingen wir auch oft an den Strand oder zur Seebrücke. Ohne Erlaubnis und Begleitung durften wir aber nicht alleine baden gehen. Dieses Verbot wurde aber nicht immer befolgt. Monatlich bekamen wir 3 Mark Taschengeld.  
 
Das war nicht viel. Mehr oder weniger rauchten alle Jungen, natürlich nur heimlich. Gesehenwerden durften wir dabei nicht. Das Taschengeld reichte für unseren Zigarettenkonsum aber nicht aus. So hatten wir einige Taktiken entwickelt, um uns hin und wieder Zigaretten in den Geschäften zu stehlen. Ich kann mich nicht erinnern, dass jemand von uns dabei erwischt wurde. An die Mädchen kann ich mich im Einzelnen kaum erinnern. Nur ein Mädchen ist in meinem Gedächtnis haften geblieben. Sie hatte mittellange Haare und ein feines Gesicht und war mit ihrem Bruder dort. Die Eltern der Beiden waren aus politischen Gründen inhaftiert. Die Geschwister hoben sich von den meisten anderen Kindern durch ihre kultivierte Art ab. Manchmal ärgerten wir die Mädchen. In einem benachbarten Haus, mit einem Fotogeschäft, fanden wir in einem alten Abstellraum einen Totenkopf. Damit haben wir uns dann nachts in ihren Schlafräumen geschlichen und die Mädchen erschreckt.
Von der Schule war ich nie besonders angetan und habe immer nur das Notwendigste gemacht. Hier in der Gemeinschaft hatten sich meine schulischen Leistungen wesentlich verbessert. Ansporn und gemeinschaftliches Lernen haben mich beflügelt und das Lernen macht mir plötzlich Spaß.
 

 

 

In der Winterzeit hat uns hauptsächlich ein Erzieher, Herr Schosseck abends oft Geschichten oder Bücher vorgelesen. Ich kann mich noch an die Lederstrumpf-Geschichten von James Cooper gut erinnern. Da entstand jedes Mal eine ganz besondere Atmosphäre. Voller Spannung hörten wir in einem gemütlichen Clubraum, der nur matt beleuchtet war, den Geschichten zu und durchlebten alles, was wir hörten so intensiv, als wären wir gerade Herr Schosseck dabei
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 Herr Schosseck
rehgkle       Dieses Gefühl kann man nur in einer Gemeinschaft erleben. Zu Beginn der Nachtruhe kam eine Erzieherin in unseren Schlafsaal. Vor dem Gutenachtgruß wurde aber immer mit dem einen und anderen Kind noch ein bisschen geschmust. Jeder von uns Jungen hoffte und wünschte sich, dass er heute an der Reihe ist. Wir waren sehr empfänglich für solche Aufmerksamkeiten.
Unsere Erzieher
 
Im Frühjahr 1955 wurde unsere Heimleiterin, Frau Koch versetzt. Sie hatte wohl nicht straff genug das Heim nach den vorgegebenen sozialistischen Erziehungsprinzipen geleitet. Das Wohl der Kinder lag ihr sehr am Herzen. Vor Weihnachten hatte sie in Westberlin Kakao gekauft, um den Kindern, die in der Weihnachtszeit im Heim bleiben mussten, eine Freude zu bereiten.Das ist herausgekommen und hatte sicher auch mit zu ihrer Entlassung beigetragen. Das Ehepaar Lipkow, klein von Wuchs aber verbissen in ihren pädagogischen und politischen Ansichten, wollten als neue Heimleiter uns nun auf die richtige Spur bringen. Das hatte aber nur unseren Widerstand hervorgerufen. Wir haben alles daran gesetzt, um den Beiden das Leben schwer zu machen. So gab es jetzt natürlich viel häufiger Bestrafungen und Gegenmaßnahmen, denen wir aber mit einer sportlichen Gelassenheit begegneten. Wir wussten und spürten, dass unsere Erzieher viele Ansichten und Maßnahmen der neuen Heimleitung nicht teilten. So entstand ein gewisses Solidaritätsgefühl zwischen uns. Manche Jungen hatten den Drang sich nach Westberlin abzusetzen.
In meiner Zeit hatte es nur ein Junge versucht. Er wurde aber nach kurzer Zeit wieder aufgegriffen und zu uns zurück geführt.
 
Er bekam 3 Tage Arrest und musste diese Zeit in unserem Schuhputzkeller, der mit einer Lattentür verschlossen war, verbringen. Wir hielten aber ständig Kontakt zu ihm und reichten Leckereien, die wir uns von der Köchin besorgten, in seinen Verschlag herein. Das war zwar verboten, aber unsere Erzieher tolerierten es und unternahmen nichts dagegen. Nach Abschluss des Schuljahres, Anfang Juli 1955 fuhren alle Insassen und unsere Erzieher für 3 Wochen auf die Burg Scharfenstein ins Erzgebirge. Diese Burg wurde ebenfalls als Kinderheim (Spezialheim für schwer erziehbare Jungen) genutzt.       schloss klein
 
So verbrachten diese Kinder im Austausch mit uns ihre Ferien an der Ostsee.Diese mittelalterliche Burg erregte unsere jugendliche Fantasie. Wir hatten ständig in den alten Gemäuern etwas zu entdecken. Für eine Woche ging unsere Gruppe mit Zelten und allen erforderlichen Zubehör, das wir auf einem Ziehwagen mitnahmen, auf Wanderschaft. Wir bauten unsere Zelte abends irgendwo auf einer Wiese auf. Zeltplätze gab es dort nicht. Unser Essen machten wir am offenen Feuer in einem großen Topf. Mit unserem ganzen Gepäck über Berg und Tal war zwar anstrengend aber wir fühlten uns frei und erlebten ein Abenteuer, wie es für Jungen in unserem Alter nicht schöner sein kann. Am letzten Tag hat uns ein Wolkenbruch fast weggeschwemmt.Das Dorf, Burg Scharfenstein das unterhalb dort lag, wo wir zelteten, hatte unter den herunterströmenden Wassermassen schwer zu leiden gehabt. Es gab viele Zerstörungen. Alle Läden hatten geschlossen und es gab in diesem Ort nichts mehr zu kaufen. Also bemühten wir uns schnell weiter zu kommen. Völlig abgerissen aber glücklich kamen wir nach 8 Tagen wieder auf unserer Burg an. Diese Ferien auf der Burg Scharfenstein haben bei mir eine schöne und bleibende Erinnerung hinterlassen.
Nach unserer Rückkehr von der Burg Scharfenstein habe ich mich von meinen Mitschülern und den Erziehern des Kinderheims verabschiedet. Die Zeit im „Haus der fröhlichen Kinder“ war für mich nun zu Ende. Dieses dreiviertel Jahr war voller neuer Eindrücke und Erfahrungen, an die ich gerne zurück denke. Ich möchte diese Zeit, die ich in Graal-Müritz verbracht habe, nicht missen. Dazu haben auch besonders die Erzieherinnen Dietlind Blödorn, Angelika Müller und der Erzieher Herr Schosseck beigetragen.
Als ich wieder zu Hause in Gr. Lüsewitz war, habe ich mit meinem berlinerischem Gehabe die Dorfjungen erst einmal beeindruckt. Ganz allmählich haben sich der angenommene Dialekt und das angeberische Getue, wie es unter den
Berliner Kindern üblich war, bei mir wieder zurück gebildet. Das traf auch auf das Rauchen zu. Als die gleichaltrigen Kinder mit dem Rauchen anfingen, fand ich es überhaupt nicht mehr interessant und hörte damit auf.
 
Refs         Wiederbegegnung nach über 58 Jahren.
Im Heimatmuseum Graal-Müritz treffe ich im Sommer 2013 meine ehemalige Erzieherin, Frau Gutknecht, geb. Blödorn. Es war für mich eine beeindruckende Begegnung. Wir haben viele gemeinsame Erinnerungen ausgetauscht.
Oktober 2013
Frank R.
 
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Biographie von Thomas M.

 
  

Herr M. wurde am 09.03.1960, als eins von sechs Kindern, in Strausberg geboren. Von 1960 – 1967 lebte er mit seinen fünf Geschwistern in Fredersdorf bei Berlin.
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1966 wurde Herr M. eingeschult und nur ein Jahr später folgte die erste Heimeinweisung in das Normalkinderheim in Strausberg. Dort verbrachte er zwei Monate, bevor er in das Kinderheim Ernst – Thälmann in Eisenhüttenstadt kam, wo er bis 1971 blieb.  In diesem Jahr kehrte Herr M. in seine Familie nach Berlin zurück.

Nachdem 1976 seine Schulzeit endete, begann er im selben Jahr eine Lehre als Gärtner. Noch bis heute ist Herr M. gerne in der Natur und fühlt sich mit ihr verbunden. Er schloss seine Lehre im Jahr 1978 erfolgreich ab und zog sechs Jahre später in eine eigene Wohnung.

1985 hat Herr M. geheiratet und bekam im selben Jahr seinen ersten Sohn. Kurz danach, in den Jahren 1986 und 1987, wurde Herr M. in den Bausoldatendienst eingezogen. Herr M. hat sich geschworen nie eine Uniform zu tragen und wollte den Wehrdienst verweigern. Als ihm jedoch Haft angedroht wurde, wollte sich seine Frau von ihm trennen. Somit hat er dann den „Waffenlosen“ Wehrdienst angetreten. 1988 ist Herr M. mit seiner Frau und seinem Sohn nach Westberlin ausgereist und seine erste Tochter erblickte das Licht der Welt. Sieben Jahre später kam sein zweiter Sohn zur Welt. Herr M´s. größter Stolz sind seine drei Kinder. Von 1996 – 2008 arbeitete Herr M. als Bauleiter im Landschaftsbau. Innerhalb dieser Zeit, im Jahr 1997, trennte sich Herr M. von seiner Frau, worauf 1999 die Scheidung folgte. 2004 gründete Herr M. eine Galerie woraus er 2008 ein Galeriecafé machte und es seitdem glücklich und zufrieden führt.

 
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Biographie von Eberhard H.

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Ich bin am 26.01.1950 als Besatzungkind geboren und bin ein Zeitzeuge für eine ganze Reihe von Kinderheimen.
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Zuerst war ich im Remenhof in Braunschweig-Volkmarode, dort lebte ich zwei Jahre von 1953 bis 1954, also in einem Alter von 3-4 Jahren. Ab 1958 lebte ich bis 1962 in verschiedenen Kinderheimen. Zunächst im Bergisches Diakonissen-Mutterhaus, dann im Rabennest Wuppertal/Aprath und anschließend im Evangelisch-Lutherischen Wichernstift in Delmenhorst-Adelheide und in Delmenhorst-Elmeloh. Nach dieser Zeit lebte ich in Jugendwohnheimen, nämlich von 1966-1970. Zuerst im Jugendwohnheim Braunschweig, am Inselwall 1b und anschließend im Kolpinghaus in Braunschweig, in der Kasernenstrasse 30. Schließlich lebte ich auch noch im Jugendwohnheim Brenz-Haus in Stuttgart, in der Hohestrasse 11.

Wenn ich auf die Zeit zurückblicke fällt mir so manches ein. 1953 - 1954 im Waisenhaus Remenhof in Braunschweig war der Tagesablauf normal. Sonntags kamen viele Besucher. Vielmehr weiß ich im Moment nicht zu sagen. Jahre später (1958-1959) wohnte ich im Bergischen Kindersanatorium (Wuppertal/Aprath/Wülfrath). Hier lebten sehr verschiedene Kinder. Nicht aufgenommen wurden Kinder mit schweren anlagebedingten Problemen. Damals hatte man sie Psychopathien genannt). Meine Einweisungsdiagnose lautete: Fingernägel knabbern. Ich wohnte in einem Einzelzimmer in dem ich nicht schlafen konnte. Meine Erziehering gab mir einen schweren Koffer mit Wäscheinhalt und brachte mich zum Waldrand. Als ich ihr sagte, ich könnte jetzt schlafen, brachte sie mich wieder ins Haus. Meine Erzieherin soll sehr streng gewesen sein.

Vom April 1959 bis März 1962 lebte ich im Evangelisch-Lutherischen Wichernstift (Delmenhorst-Adelheide). Dort war ich aufgrund eines damals typischen Befundes: FEH (Freiwillige Erziehungshilfe). Eine Volksschule gab es dort zuerst nicht. Hier wurden Kinder untergebracht mit Schwierigkeiten im Elternhaus, sagte mir ein Bundeswehrsoldat aus der damaligen Kaserne Adelheide. Wir mussten sehr viel laufen; man man ließ uns totlaufen. Während dieser Zeit zog ich um nach Delmenhorst-Elmeloh. Dort bewohnte ich erst ein Mehrbett-Zimmer mit Jungens. Aber etwas später kam ich krankheitsbedingt (Hospitalismus) in ein Einzelzimmer.

In der Schule hatte ich es nicht einfach. Die dritte Klasse mußte ich zweimal besuchen. Später besuchte ich die Stadtschule Delmenhorst. Auch bekam ich ein kleinen Garten zum bepflanzen von Blumen. Ich hatte auch Haustiere zu betreuen und ein Aquarium und einen Wellensittich.

Im Jahre 1962, im Januar/Februar wurde ich in das Krankenhaus Bremen-Ost, in der Züricher Strasse 40 verlegt. Von dort wurde ich ins Elternhaus entlassen. Aber ich war auch weiterhin nicht bei guter Gesundheit und erhielt vom Chefarzt des Krankenhauses die Diagnose "psychogene Ausnahmezustände". Ich glaube, das kam durch die Heime.

Später erfuhr ich auch vom Gesundheitsamt in Braunschweig, dass man mich im 12. Lebensjahr für noch retardiert hielt und in einem Patientenbericht aus Bayer steht, dass mein Vater wohl ein russischer Soldat aus den besetzten Gebieten sei.

 
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