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Die Beauftragte der Bundesregierung Iris Gleicke unterstützt die Initiierung einer neuen Internetplattform zur Aufarbeitung der Heimerziehung von 1945-1989. Die Plattform biete allen Zeitzeugen und Interessenten die Möglichkeiten, aktuelle Forschungsergebnisse einzusehen und sich am Prozess der Aufarbeitung aktiv zu beteiligen.

Das Projekt wurde initiiert vom DIH - Deutsches Institut für Heimerziehungsforschung, das bereits in der Vergangenheit mit wissenschaftlicher Forschung und der Durchführung von Fachtagungen die Heimerziehung zu eines seiner Forschungsschwerpunkte hat werden lassen.

 

Wie gelingt Aufarbeitung?

Das Deutsche Institut für Heimer- ziehungsforschung (DIH) ar- beitet gegenwärtig im Auftrag der Beauftragten für die neuen Bundesländer, Iris Gleicke, daran, eine Internetplattform zu errichten. Auf dieser Plattform soll die Heimerziehung des vergangenen Jahrhunderts umfassend dokumentiert werden. Unser Ziel ist es, dass vieles von dem Wissen, was man benötigt, um eine menschenwürdige Heimerziehung zu organisieren, über unsere Homepage erreichbar ist. Dazu zählen nicht allein wissenschaftliche Informationen, sondern vor allem Berichte von Zeitzeugen. Diese Zeitzeugenberichte bilden den Kern unserer Plattform, denn nur sie können Zeugnis davon ablegen, wie es wirklich gewesen ist.

 

Wir wollen aber nicht allein ehemalige Heimkinder ansprechen, sondern auch Erzieherinnen und Erzieher und auch andere Personen, die über die Heimerziehung selbst erlebte Erfahrungen mitteilen können. Wir möchten mit Ihnen Biographien, Bilder und kleine Filme anfertigen, die für die Heimerziehung der Vergangenheit wichtig sind. Uns kommt es aber nicht allein auf die Vergangenheit an.

 

1. Wir möchten, dass alle, die sich beteiligen, den gleichen Respekt erhalten und mit Würde und Achtung behandelt werden. Wir müssen lernen, dass es sehr viele verschiedene Erfahrungen gibt und niemand darf entscheiden, was die Wahrheit ist. Niemand darf andere dafür beleidigen, weil sie eine andere Meinung oder eine andere Sicht der Dinge vertreten.

 

2. Wir möchten mithelfen, dass die Kinder, die heute nicht bei ihren Eltern leben können, eine gute Kindheit haben. Die Fehler der Vergangenheit dürfen nicht noch einmal gemacht werden. Deshalb sollen Erfahrungen der Zeitzeugen in das Studium der Pädagogik einfließen.

 

3. Und wir möchten schließlich von Ihnen wissen, wie die Aufarbeitung der Heimschicksale besser gelingen kann.

 

Der Fragebogen ist aufrufbar unter

 

http://www.dih.berlin/index.php/fragebogen-wie-gelingt-aufarbeitung

 

Im Moment führen wir Gespräche Zeitzeugen, um mit ihnen Aspekte ihrer Biographie aufzubereiten. Dabei wollen wir Interviews führen, Biographiekurven anlegen und kleine Filme drehen. Die Zeitzeugen können selbst entscheiden, ob sie diese  Beiträge dem Projekt zur Verfügung stellen. Sie können selbst entscheiden, ob es anonym, also ohne Namensnennung oder ob es mit dem jeweiligen Namen veröffentlicht werden soll.

Zeitzeugen treffen auf Studierende. Im Mai führt das DIH eine Diskussionsveran- staltung mit durch.

In Berlin, an der Evangelischen Hochschule, führt das DIH bis Ende Juli Zeitzeugengespräche durch. Unter der Leitung von Prof. Dr. Karsten Laudien werden diese Gespräche im Rahmen des Projektes "Jahrhundertkind - Wie gelingt Aufarbeitung?" aufgezeichnet. Die Zeitzeugen werden zu ihrer Biografie vor dem Heimaufenthalt, ihren Erinnerungen zum Aufenthalt und dem Leben nach dem Heim befragt. Das Projekt wird durchgeführt von Studierenden des Studiengangs Soziale Arbeit der Evangelischen Hochschule.

 

Die Ergebnisse des Projektes werden auf der Internetplattform "Jahrhundertkind" präsentiert. Es entstehen Filme und schriftliche Biografien, die unter der Rubrik "Zeitzeugenplattform" zu sehen seien werden. Die Zeitzeugenberichte können auch anonymisiert wiedergegeben werden.

 

Wer als Zeitzeuge an dem Projekt teilnehmen möchte, kann sich wenden an:

 

Prof. Dr. Karsten Laudien - Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Jahrhundertkind steht für die drei Aspekte der Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung des 20. Jh. Erstens wollen wir das im Verlaufe dieses Prozesses erhobene Wissen sichern. Zweitens sollen die Zeitzeugen die ihnen zustehende Bedeutung erhalten. Und Drittens wollen wir die Lehre aus der Aufarbeitung der Heimerziehung in die universitäre Ausbildung der Fachkräfte und Pädagogen umsetzen. Die Beauftragte der Bundesregierung für die Neuen Länder, Iris Gleicke, hat das Deutsches Institut für Heimerziehungsforschung mit der Realisierung dieses Projektes beauftragt. Weiterlesen